Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen


Die Twilight-Reihe mit insgesamt fünf Büchern wurde über 150 Millionen Mal verkauft. Doch wieso ist die Begeisterung für diese Bücher so gross?


 

Als die 17-jährige Bella Swan aus dem sonnigen Phoenix zu ihrem Vater in die verschlafene Kleinstadt Forks zieht, trifft sie zunächst das an, was sie erwartet hat: verregnete Sommertage, High-School-Lästereien und einen tristen Alltag. Sie lebt sich schnell ein und wird von allen gut aufgenommen. Nur bei dem geheimnisvollen Edward Cullen, der sich, genau wie seine vier Geschwister, deutlich von den anderen Schülern unterscheidet, stösst sie zunächst auf eine unerklärliche Abneigung. Bella fühlt sich von ihm angezogen; gleichzeitig ist sie aber auch verwirrt von seinen dauernden Stimmungsschwankungen und der Tatsache, dass er und seine Geschwister anders sind, und das nicht nur weil sie alle unglaublich schön und bleich sind. Schon bald erfährt sie die Ursache: Edward ist ein Vampir. Er verfügt über besondere Fähigkeiten, kann zum Beispiel Gedanken lesen und ist übermenschlich stark und schnell. Die zwei verlieben sich unsterblich ineinander. Doch das birgt viele Gefahren für Bella: Obwohl Edward und seine Familie sich normalerweise von Tierblut ernähren, gibt es Vampire, die nicht so unkonventionell in Sachen Nahrung sind. Auch er selbst muss kämpfen, um der Versuchung zu widerstehen.

 

Romeo und Julia modernisiert

Die Idee für diese Liebesgeschichte kam Stephenie Meyer, der Autorin, ganz klassisch - nämlich im Traum. Doch wieso stösst sie bei Lesern auf so viel Begeisterung und bei Kritikern auf so wenig? Twilight ist eine typische Romeo und Julia Geschichte: Zwei Menschen von unterschiedlicher Herkunft verlieben sich Hals über Kopf ineinander, ihrer Beziehung stehen aber viele Hindernisse im Weg. Das einzige beinahe innovative Element ist Meyers Darstellung der Vampire. Anstatt in der Sonne zu Asche zu zerfallen und tagsüber in Särgen zu schlafen, gehen Edward und Co. zur High School, glitzern in der Sonne wie Diamanten und schlafen tatsächlich nie. Die Wandlung vom menschenblutsaugenden Monster zum netten Nachbarsjungen stellte sowohl die Buch- als auch die Filmbranche auf den Kopf. Andererseits musste sich die Autorin einiges an negativer Kritik anhören, weil sie ihre mormonischen Prinzipien an die Charaktere weitergab. Sie solle ihre Leser nicht religiös beeinflussen, hiess es. Auch ihr Schreibstil stiess, unter anderem bei Kollegen wie Stephen King, auf wenig Begeisterung. Er sei ordinär und trist und zeuge von mangelnder Erfahrung.

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen ist nicht für jeden das richtige Buch. Wer nach einem tieferen Sinn in einem Text sucht, sollte gar nicht erst anfangen das Buch zu lesen, denn er wird dort keinen finden. Aber trotzdem - es ist eines dieser Bücher, die man immer wieder liest, ohne es wirklich zu wollen. Womöglich liegt es an der Leichtigkeit und Oberflächlichkeit des Buches, vielleicht an den zahlreichen und bittersüssen Klischees. Letzten Endes ist es, Vampire hin oder her, eine ganz normale Teenagergeschichte.

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